Unternehmer können die Qualifikation von Buchhaltern oder selbständigen Dienstleistern nur sehr schwer einschätzen. Immer häufiger wird über einen Fachkräftemangel in diesem Beruf geklagt – und so werden Forderungen aus der Wirtschaft laut, hier endlich eine einheitliche Ausbildung zu schaffen. In dieser Situation ist auch der b.b.h. Bundesverband gefordert. Wir wollen deswegen unserer bereits vor Jahren gestarteten Initiative neue Impulse geben. In den nächsten Wochen werden wir erneut Kontakte mit Wirtschaftsverbänden, den zuständigen Behörden und Institutionen aufnehmen, um eine entsprechende Ausbildungsordnung durchzusetzen.
Fakt ist jedoch, dass dies nicht einfach möglich sein wird. Politisch gewollt ist nämlich eine Bündelung der dualen Berufsbildung: Gab es 1971 noch 606 anerkannte Ausbildungsberufe, so sind es im Jahr 2010 gerade noch 348. Bei den kaufmännischen Berufen sollen derzeit die drei bestehenden Büroberufe (Bürokaufmann, Kaufmann für Bürokommunikation und Fachangestellter für Bürokommunikation) in einen neuen Beruf „Kaufmann für Büromanagement” zusammengefasst werden. Argumentiert wird auch, dass in allen kaufmännischen Lehrberufen die Bereiche „Buchhaltung” und „Rechnungswesen” – mal mehr, mal weniger behandelt werden. Doch für die Ansprüche der Unternehmen reicht dies nicht mehr aus -hier herrscht Bedarf an Fachkräften mit einer konkreten Ausbildung. Buchhalter können sich bislang nur über den Weg der Weiterbildung einschlägig für ihre Aufgaben qualifizieren. Dies muss sich ändern.
Quelle: Bundesverband selbständiger Buchhalter und Bilanzbuchhalter 10/2011





